GLOSSAR

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    aktive Arbeitssprache
Ist jene Sprache in die und aus der übersetzt wird und die jemand zusätzlich zu seiner Muttersprache so weit erlernt hat und beherrscht, dass Muttersprachler in seinen Äußerungen keine oder nur geringe Fehler erkennen, die ihn als Nicht-Muttersprachler kennzeichnen könnten

    Anschlag
Als Anschlag bezeichnet man jedes einzelne maschinengetippte Zeichen, inklusive Leer- und Sonderzeichen, sowie Zeilenumbrüche

    A-Sprache
siehe: Muttersprache

    Ausgangssprache
ist jene Sprache, in der der Originaltext erstellt wurde und den es zu übersetzen gilt

    Ausgangstext
auch Quelltext genannt, ist jener Text in der Ausgangssprache, der übersetzt werden soll

    Bildungssprache
ist jene Sprache ist, in welcher jemand seine Schulbildung genossen hat, muss aber nicht seine Muttersprache sein

    B-Sprache
siehe aktive Arbeitssprache

    C-Sprache
siehe passive Arbeitssprache

    Dolmetschen
Eine Dolmetschung ist eine mündliche Übertragung eines mündlich vorgetragenen Textes in eine andere Sprache als die der Ausgangssprache. Man unterscheidet grob zwischen dem Simultandolmetschen (z.B. bei Konferenzen etc., erfolgt fast zeitlich mit dem Vortragenden und zumeist von einer hermetisch abgeschirmten Dolmetsch-Kabine aus) und das Konsekutivdolmetschen (die Dolmetschung erfolgt zeitlich nach dem gesprochenen Text des Vortragenden z.B. beim Begleitdolmetschen)

    einheitliche Prägung
Der übersetzte Text soll anderen bereits übersetzten Texten desselben Auftraggebers stilistisch und terminologisch nahekommen. Hierbei ist für den Übersetzer die Bereitstellung firmeninterner Fachtermini von großer Wichtigkeit

    Fachterminologie (firmenspezifisch)
Die Fachterminologie umfasst wiederkehrende sachtechnische Wörter eines Unternehmens

    Fachübersetzung
Sie beschäftigt sich mit der Übersetzung von diversen Fachgebieten außer literarischen Texten wie z.B. Romane, Gedichte, Belletristik etc.; siehe hierzu literarische Übersetzung

    Fingerspitzengefühl
Aufgrund bester kultureller Kenntnisse zweier Sprachbereiche kann der Übersetzer auf die wesentlichen Unterschiede eingehen und diese in die Übersetzung einfließen lassen

    freiberufliche Übersetzer (Freelancer)
Er übersetzt aus einer oder mehreren Sprachen in eine andere (meist in seine Muttersprache). Er übernimmt Aufträge von Übersetzungsbüros und/oder direkt von Endkunden und verfügt oft über eine Spezialisierung in bestimmten Fachgebieten, z.B. Recht, Finanzwesen, Technik, Medizin, Musik, etc.

    freie Übersetzung
Es handelt sich um eine Übersetzung, bei der nicht so sehr die genaue Formulierung als vielmehr die allgemeine Bedeutung in den Mittelpunkt gestellt wird. Dies ist bei einigen Textsorten (z.B. Werbetexte, Presseartikel etc.) nicht nur möglich sondern erwünscht, hingegen bei anderen wiederum nicht, z.B. bei Rechtstexten. (vgl. wörtliche Übersetzung)

    gegenlesen
Ähnlich dem Revidieren wird der Text nach der Übersetzung auf Basis des Vieraugenprinzips durch eine zweite Person, etwa von einem zweiten Übersetzer oder einem Sachkundigen auf Kohärenz und Stil überprüft. Dies ist bei Texten, die zur Veröffentlichung bestimmt sind außerordentlich wichtig

    Glossar
Unentbehrliche Hilfe für den Übersetzer. Neben zahllosen ein- und mehrsprachigen Online-Glossare im Internet arbeiten die meisten Übersetzer mit eigenen fach-, kunden- und projektspezifischen Glossare. Oft stellt auch das Unternehmen selbst dem Übersetzer eine Liste fachinternen Terminologie zur Verfügung. Damit wird nicht nur die Arbeit des Übersetzers erleichtert, sondern dem Unternehmen die korrekte und konsequente Verwendung von Fachterminologie in allen Sprachen garantiert. Manche Übersetzer und die meisten Übersetzungsbüros bieten die Glossarerstellung entweder als getrennten Service oder im Rahmen eines Übersetzungsvertrags an

    Hintergrundtext
Ist ein allgemeingehaltener und erklärender Text des Übersetzungsgebietes, das dem Übersetzer zum besseren Verständnis der Thematik dient

    Honorarberechnung
Das Honorar eines Übersetzers berechnet sich in Österreich nach Normzeilen à 55 Anschlägen oder nach Normseiten mit 1375 Anschlägen Identität (eigene) der Übersetzung: Der übersetzte Text soll nicht preisgeben dass es sich um eine Übersetzung handelt. Der Zielleser soll beim Lesen das Gefühl haben, dass der Text in seiner Sprache verfasst wurde. Hierbei ist die Berücksichtigung der kulturellen Unterschiede wesentlich Interpretationsspielräume minimieren: Verfügt der Übersetzer über sehr gute kulturelle Kenntnisse beider Länder, so gelingt es ihm, Interpretationsvarianten einzelner Textpassagen für den Zielleser eindeutig zu formulieren und eine mögliche Mehrdeutigkeit hintanzuhalten

    Korrekturlesen
Überprüfen eines Textes auf Rechtschreibfehler, korrekte Zeichensetzung, versehentliche Auslassungen, usw. und evtl. Korrektur solcher Fehler (vgl. revidieren). Vor der Drucklegung einer Übersetzung empfiehlt es sich, den Text durch den Übersetzer nochmals Korrektur lesen zu lassen, um gegebenenfalls die beim Schriftsetzen entstandenen Fehler zu ermitteln und korrigieren zu können kulturelle Unterschiede zwischen den Ländern der Sprachkombination, zum Beispiel: aufgrund der historisch bedingten (Einigung Italiens war ein Zusammenschluss aus vielen Stadtstaaten) Entwicklung der Individualität wäre für einen Italiener undenkbar, auf seinem Salat eine vorgefertigte Marinade zu akzeptieren. In Österreich ist es gang und gäbe. Solche oft feine Nuancen sind aber bei einer Übersetzung mit zu berücksichtigen. Dies setzt ein fundiertes landes- und gesellschaftskundliches Wissen des Übersetzers voraus

    lektorieren s. auch: revidieren, überarbeiten
Ist das Überprüfen eines Textes auf Stil, Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Übereinstimmung mit dem Ausgangstext und Vornehmen aller notwendigen Korrekturen. Es empfiehlt sich, einen Text nach der Übersetzung durch eine zweite Person (z.B. einen anderen Übersetzer oder einen Sachexperten) revidieren zu lassen

    literarische Übersetzung
Übersetzung von Belletristik (z.B. Romane, Gedichte etc.). Zum Unterschied der Fachübersetzung kommt hier nicht die Normzeile sondern die Normseite als Abrechnungsmodus zur Anwendung

    Lokalisierung
Anpassung eines Produktes (meist Software, aber auch Websites) an ein Land oder eine Region, d.h. an die Sprache, die gesellschaftliche Struktur, das kulturelle Milieu, sowie dort herrschende Normen, Gesetze und Marktanforderungen Missverständnisse bei der Übersetzung vermeiden: Aufgrund kultureller Unterschiede zwischen den Ländern des Ausgangs- und Zielsprache kann es zu möglichen Mehrdeutigkeiten kommen. Nur durch sehr gute Kenntnisse der Eigenheiten beider Länder können derartige Interpretationsmöglichkeiten vermieden werden

    Muttersprache
Eine Sprache, die jemand zumeist in der Kindheit und frühen Jugend erworben und durch weiter führende Bildung so weit ausgebaut hat, dass er sie vollkommen beherrscht. Hierzu gehört auch die völlige Vertrautheit mit aktuellen kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen in dem Land, in dem die Muttersprache gesprochen wird Muttersprachler (Native Speaker)
Ist jemand, der eine Sprache seit seiner frühen Kindheit erlernt hat und sie auch in seinem primären Sprachgebrauch verwendet

    Native Speaker
siehe Muttersprachler

    Normseite
Ist die Maßeinheit des Textumfangs, die besonders im Verlagswesen und bei der literarischen Übersetzung verwendet wird und sich an den übersetzten Text orientiert. Die Länge einer Normseite hängt von der Branche und dem Land ab, liegt aber generell zwischen 1375 und 1800 Anschlägen. Übersetzungsaufträge werden manchmal auf Seitenbasis berechnet

    Normzeile
Ist die Maßeinheit des Textumfangs für einen Übersetzungsauftrag, der sich an den übersetzten Text orientiert. Im deutschsprachigen Raum beträgt sie generell 55 Anschläge

    Paralleltexte
Dabei handelt es sich um einen Text in der Zielsprache, der mit dem zu übersetzenden Text hinsichtlich des Fachgebiets oder der Textsorte vergleichbar ist. Gilt als wichtiges Hilfsmittel für Übersetzer hinsichtlich Kontexteinbettung einzelner Fachbegriffe, Erkennung von "falschen Freunden" oder Formulierungsvarianten

    passive Arbeitssprache (auch C-Sprache genannt)
Die C-Sprache beherrscht der Übersetzer nur ausreichend, um aus ihr aber nicht in sie zu übersetzen. Sie ist eine Sprache, die jemand zusätzlich zu seiner Muttersprache und seinen aktiven Sprachen so weit erlernt hat und beherrscht, dass er in der Lage ist, sie differenziert zu verstehen und Inhalte in dieser Sprache in seiner Muttersprache oder einer aktiven Sprache korrekt und in stilistisch ansprechender Form wiederzugeben

    Quelltext
siehe Ausgangstext

    Recherchearbeit
Bei einer Übersetzung sind Recherchen sehr wichtig, denn der Übersetzer ist selten in allen Themengebieten bis ins Detail bewandert. Sie erfolgen aufgrund von Paralleltexten, Glossaren, Wörterbücher, Fachtexte, frühere Übersetzungen etc.

    Rechtsübersetzung
Beim Übersetzen eines Rechtstextes hat der Übersetzer zu entscheiden, in welche Rechtsordnung zu übersetzen ist und zu prüfen, welche genaue Bedeutung ein zu übersetzender Begriff in der Ausgangssprache hat, um einen Begriff vergleichbarer Bedeutung in die Zielsprache zu finden. Für einen Vergleich zweier Rechtssysteme bedarf es notwendigerweise rechtswissenschaftliche Kenntnisse der Ausgangs- und der Zielrechtssprache. Verglichen werden aber weder einzelne Begriffe noch Normen sondern vielmehr das zu lösende Sachproblem und der Zweck der Regelung, also die Funktion der Rechtsnorm. Innerhalb der nun sich ergebenden Normen sind nun die Begriffe im Rechtssystemzusammenhang zueinander in Beziehung zu stellen. Aus diesem Grund spricht man hier von funktionaler Rechtsvergleichung. Es gilt jedoch zu differenzieren, wer die Norm regelt und wie sie es regelt

    revidieren
überarbeiten; siehe lektorieren Sprachgebrauchs der Textadressaten: Der Sprachgebrauch der Leserschaft des Zieltextes muss nicht immer ident sein mit jenem des Ausgangstextes. Dies gilt dann, wenn z.B. ein hochwissenschaftlicher Text einem breitgefächertes Publikum zugänglich gemacht werden soll. Der Übersetzer ist hier gefragt, der Leserschaft den Inhalt mit einfacheren Worten wieder zu geben. Aus diesem Grunde ist für den Übersetzer auch das Wissen um den Verwendungzweck der Übersetzung wichtig

    Terminologieverwaltung
Erfassung, Bearbeitung, Speicherung und Nutzung terminologischer Daten. Die Verwendung einer einheitlichen, mitunter speziell firmenbezogenen Terminologie ist ein entscheidendes Merkmal der Qualität einer Übersetzung. Für die Verwaltung von mehrsprachigen Fachwortbeständen sind Terminologieverwaltungsprogramme von großer Bedeutung

    Textsorten
Stellt eine Gruppierung der Texte dar, die sich durch spezifische Eigenheiten wie Satzbau, Wortwahl oder Stilmerkmale auszeichnet z.B. Verträge, Geschäftsbriefe, Handbücher, Betriebsanleitungen u.v.m.

    überarbeiten
s. auch lektorieren, revidieren

    Übersetzen
Ist die Übertragung eines fixierten Textes von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache. Im Unterschied zum Dolmetschen erfolgt bei der Übersetzung die Übertragung schriftlich und bei dem Dolmetschen in mündlicher Form

    Übersetzungen aus einer Feder
Bei langen Texten ist es wichtig, dass der Inhalt eine Kohärenz im des Stils, der Verwendung von Vokabeln und Fachtermini sowie Formulierungen aufweist. Übersetzerbüros teilen oft Großaufträge an verschiedene Übersetzer auf und fügen die übersetzten Teile vor Abgabe wieder zusammen. Das Fliesen des Textes ist auf diese Weise oft beeinträchtigt und für den Zielleser befremdlich

    Übersetzungsbüro
Ein Übersetzungsbüro ist ein Anbieter von Übersetzungs- und Dolmetscher-Dienstleistungen. Es verfügt meist über angestellte Übersetzer, arbeitet jedoch auch in mehreren Sprachen mit freiberuflichen Übersetzern zusammen. Es fungiert als Vermittler und Koordinator bei Übersetzungen und bietet nicht selten auch zusätzliche Dienstleistungen an, wie z.B. Satz, Verlag und Projektleitung

    Werbetexte
Werbetexte lassen sich aufgrund des unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Milieus und der Werbekultur anderer Länder meist nicht zielführend übersetzen. Werbebotschaften für andere Länder sind weitaus werbewirksamer, wenn sie vor Ort von Werbeagenturen neu verfasst werden

    wörtliche Übersetzung
Es handelt sich hierbei um eine Übersetzungsmethode, die Formulierung, Wortwahl und Satzbau des Ausgangstexts möglichst originalgetreu spiegelt. Liest sich meist unnatürlich und ist deshalb im Normalfall zu vermeiden (vgl. freie Übersetzung), bei einigen Textsorten ist sie jedoch eine Notwendigkeit (z.B. bei Rechtstexten)

    Zielleser / Zielleserschaft / Zielpublikum
Der Personenkreis, für den die Übersetzung bestimmt ist, z.B. Fachleute, Kinder, die allgemeine Öffentlichkeit. Für jeden Übersetzer ist das Wissen um seine Zielleserschaft von großer Bedeutung, da er seine Wort- und Stilwahl danach auszurichten hat. Bei Auftragserteilung ist dies ein wesentlicher Bestandteil für sein Werk

    Zielsprache
Ist jene Sprache, in der der Text zu übersetzen ist Zieltext: Der Text in der Zielsprache, den der Übersetzer produziert

   
 
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